6. Feb 10
14:04
microblogging #060210
»Oliver Kluck ist über Beschwerdebriefe zum Schreiben gekommen.«
»Oliver Kluck ist über Beschwerdebriefe zum Schreiben gekommen.«
»Nationale Streusalzreserve«
Wenn wir die FDP nicht hätten.
Obwohl: Letztens im Fernsehen einen Mitbürger gesehen, der auf der spiegelglatten Gehfläche vor seinem Haus mit dem Salzstreuer auf und ab schritt und streute. Sie wissen schon, das Ding, das auf dem Esstisch steht (nur bei Bluthochdruckpatienten hat es nichts zu suchen). Ging auf und ab, gaaanz vorsichtig, und salzte nach. War ja städtischerseits nichts mehr da. Besser als nix.
Also vielleicht doch eine Nationale Streusalzreserve.
»Das schöne Gefühl, Geld zu haben, ist nicht so intensiv wie das Scheißgefühl, kein Geld zu haben.«
Herbert Achternbusch
»Ich habe beim Aufräumen im Internet meinen Kommentar vom ... aufgefunden«.
Wenn da einer das ganze Internet aufräumt, kann ich doch hier zumindest mal eine Festplatte entmüllen. Penibel nach §6 des Rheinischen Grundgesetzes vorgehend (»Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domit«) ist ein ständiges Innehalten aber – wie sagt man so schrecklich – vorprogrammiert. Der unangenehme, sich dabei immer wieder aufdrängende Gedanke: Könnte man vielleicht doch noch mal brauchen.
Zum Beispiel diese Serverliste mit den Suchanfragen, in die ich nach Monaten mal wieder reingeguckt habe. Darüber habe ich geschrieben? Davon habe ich aber keine Ahnung. Man erschrickt, man denkt, das kann man nicht gewesen sein und war es dann aber doch. Viele Menschen sind an Windeln interessiert oder an Darkrooms oder an wirklich schlimmen Dingen. Oder an Waschmaschinen. All diese Suchenden schickt Google mal eben rüber, was sie wiederum sehr enttäuschen muss, aber warum folgen sie auch jedem hergelaufenen Link?
»Die Waschmaschine rumpelt beim Schleudern«.
Na, ich würde sagen: Gummimatte drunter legen, bin aber kein Kundendienst. Diese grenzenlose Gewissheit, dass die Suchmaschine Abhilfe schafft, etwa im nachbarschaftlichen Umgang miteinander, erstaunt ja doch ein wenig. Ist es wirklich so, dass ein Mensch, den die Nachbarin um etwas gebeten hat, dieselbe an der Tür stehen lässt, an den PC rennt, von dort aus ins Internet springt und das liebe Google fragt, was er jetzt machen soll?
»Die Nachbarin will sich Salz ausleihen«.
Und jetzt? Google schickt los, doch der Mensch kriegt keine Antwort und bleibt mit seinem Anliegen allein.
Manche Dinge möchte man nicht wissen, das ist auch der Grund, warum der Versuch aufzuräumen so verwirrt, denn da kommen die Dinge zum Vorschein. Und warum das Ganze? Ordnung? Aber »äußere Ordnung«, hat Camus einmal notiert, »ist oft nur der verzweifelte Versuch, mit einer großen inneren Unordnung fertig zu werden.«
Die Logs habe ich jetzt aber doch gelöscht.
Sie können sich nicht entscheiden, ob das Mädchen Marie oder Luise heißen soll. Den gutgemeinten, auf reiner Logik basierenden Vorschlag, es mit Marie-Luise zu versuchen, weisen sie blasiert zurück, weil: das erinnert sie an Karl-Heinz.
Bindestrichnamen, sagen sie, sind sowas von uncool, zusammengesetzte auch, die vermitteln einen ganz anderen Eindruck. Zum Beispiel Anne und Marie: nette Namen. Aber bitte nicht Annemarie!
»All these concerns about privacy tend to be old people issues«.
Na denn: Followers good, dollars better for social media
Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht und das halbe iNternet ist eh schon so voll davon, dass man den Überblick verliert, aber so ein iPad als Frauenversteher?
Kriege ich in keine Handtasche. Zum Sofasurfen und Bücher lesen ist es auch zu groß und zu schwer.
© 2010 Astrid Paprotta | post (at) astrid-paprotta.de | Newsfeed (RSS) | Mit Textpattern | Impressum